Landschaftspark Vilstal

Eine Landschaft wie aus dem Bilderbuch

Zeichnung von der Vils
Sommer 2015  –  Spaziergang an der Vils
Libellen, Möven, Eisvogel, Schwärme von Jungfischen

 

Das Vilstal ist eine wunderbare Gegend. Um diese Schönheit der Landschaft für Bewohner und Besucher zu erhalten,
möchten wir einen Landschaftspark Vilstal anregen:


Zielvorstellungen für den Landschaftspark Vilstal

Der reizvolle und offene parkartige Charakter der Landschaft im Vilstal erfährt eine behutsame Weiterentwicklung als Projekt ‚Landschaftspark Vilstal‘.
Das besondere und attraktive Landschaftsbild des naturnahen Flußlaufes mit seinen ursprünglichen Flußschleifen verdient eine überregional erhöhte Wertschätzung als Landschaftsraum.
Das Gebiet an der Vils zeichnet sich aus durch eine Vielfalt verschiedener Lebensräume. Das Element Wasser soll in all seinen Facetten bewusst spürbar werden und lässt uns teilhaben an seinem schöpferischen Reichtum von Tier- und Pflanzenarten.

Landschaftspark-Vilstal

Bildquelle: Vilstal Marklkofen, Fotograf Siegfried Kerscher

Im Vilstal zeigt die Verbindung von bäuerlicher Landwirtschaft und Fluss einen prägenden Charakter. Diese Kultur- und Erholungsregion verdient eine entsprechende Würdigung.

Landschaftsparks dienen laut Wikipedia «vornehmlich der Erhaltung und Aufwertung von Natur, Landschaft und Kultur und sollen die Lebensqualität der Bevölkerung fördern und, als weicher Standortfaktor, die Wirtschaft stärken. Damit ist der Landschaftspark weder ausschließlich Naturraum noch Grünanlage oder Erholungsgebiet und grenzt sich von Nationalpark und Naturpark ab.»

Planungsziele Naturschutz

  • Uferrandstreifen-Programm
  • Wiederherstellen einer natürlichen Fließgewässerdynamik mit der Anbindung an Fluss- und Aueflächen
  • Ausweitung der Auwaldbereiche
  • Biotop-Verbundsystem zwischen den bestehenden Naturschutzgebieten
    ‚Vilstal bei Marklkofen‘ und ‚Vils-Engtal bei Vilshofen‘ (Lebensader Fluss)
  • Verbesserung der Lebensbedingungen für die Fischwelt
  • Laichtümpel für Amphibien — Molche, Salamander, Laubfrösche
  • Wiesenflächen mit extensiver Grünlandnutzung
  • Ausweisung von Schutzgebieten für Wiesenbrüter
  • Nahrungshabitat und Brutgelegenheit für Störche
  • spezielle Artenschutzmaßnahmen für Eisvögel
  • Renaturierung von weiteren Flussabschnitten
  • Die Flächenziele der nationalen Biodiversitäts-Strategie (BfN) lauten:
    – Erhaltung und Vermehrung ökologisch wertvoller extensiv genutzter Lebensräume
    – Erhöhung des Anteils wertvoller Agrarbiotope
    – Anteil naturnaher Landschaftselemente an der Agrarlandschaft
    – Vergrößerung der Rückhalteflächen an den Flüssen
    – Renaturierung beeinträchtigter Stillgewässer einschließlich ihrer Uferbereiche und ökologische Sanierung der Einzugsgebiete

Der Übergang vom Auwald zur Wiese ist ein Standort, der sich im Frühjahr durch Frühjahrsblüher wie den Gelbstern, Gelbes Buschwindröschen, Hohlen Lerchensporn oder Moschuskraut auszeichnen kann. Diese Pflanzen existieren im Auwald sowie am Waldrand. Dieses Bild sollte für Spaziergänger oder vom Radweg aus zur Betrachtung hergestellt werden. Damit entsteht eine Kombination aus touristischer Attraktion, Naturschutz und Hochwasserschutz. Blühende Wiesen, Waldsaum und Auwaldbereiche wechseln sich ab.

Planungsziel naturfreundlicher Tourismus

  • Anbindung Vilstalradweg und Fluss  → Erlebnisräume Natur und Kultur
  • Informationszentrum Landschaftspark Vilstal
  • Vilsauen-Erlebnisweg
  • Wildniszeltplatz
  • Natur-Badestelle am Fluss
  • Holzbrücke
  • Beobachtungsplätze für Naturliebhaber

Planungsziel natürlicher Hochwasserschutz

  • flussbegleitende Feuchtwiesen mit hochwasserverträglicher landwirtschaftlicher Nutzung
  • Auen als ausgewiesene Retensionsräume
  • naturnahe Gestaltung der Bäche im Einzugsgebiet
  • Flutmulden, um Hochwasserspitzen aufzunehmen und zu minimieren

Landschaft und Tierwelt

Das elegante Flug Spiel
der Kiebitze im Frühjahr
ist ein faszinierender Anblick.

Am Vilstalradweg führt eine Verbindung zu einem geplanten Vogelbeobachtungsturm von dem aus ähnlich wie in Kottgeisering das Schauspiel zum Erlebnis wird. Eine extensive Form der Bewirtschaftung von ufernahen Wiesen an der Vils dient Kiebitz, Brachvogel und anderen wiesenbrütenden Vogelarten als Schutzzone und Lebensraum und verbessert gleichzeitig auf natürliche Weise die Wasserqualität. Zudem erhöht sich damit insgesamt die Attraktivität des Landschaftsbildes und des Vilstalradweges.
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Orte zum Staunen an der Vils

An der Vils lassen sich bezaubernde Plätze entdecken, die uns Naturbezug und Naturerfahrung nahe bringen und Erholung schenken:

  • bei Marklkofen laden die Wasserspiele zur Flußüberquerung auf großen Steinblöcken oder barfuß auf dem Kies ein
  • in Reisbach bietet sich auf reizvolle Weise die Brunnenanlage als Oase der Ruhe an
  • gleich an mehreren Stellen zeigen die parallelen Wasserläufe von Vils und Vilskanal ein faszinierendes und abwechslungsreiches Schauspiel
  • eindrucksvoll und inspirierend präsentiert sich so das Flußsystem bei den Mündungsbereichen des Kollbaches und des Sulzbaches
  • ergänzend dazu könnte ein Flusscafé oder ein kleines modernes Hotel mit ansprechender Architektur neue Impulse setzen

Landschaftspark Vilstal

 

„Dem Blätterrauschen lauschen: Unter dem Blätterdach auf der Holzbank liegend entflieht es sich allem ganz von selbst.“

„Wasserspiegel: Der Pool reflektiert und vervielfacht den Zauber der durch die umgebenden Bäume entstehenden Licht- und Schattenspiele.“
Romy Gutiérrez: aus: Atrium, Mai/Juni 2014

 

Umsetzung und Finanzierung

  • Landschaftspflegeverband
  • EU-Projekt nach dem Beispiel von ILUP: integrated land use planning and river basin management (Fachübergreifende Raumplanung und Flussgebietsmanagement) Interreg lll B
  • Eine Förderung von Gewässerrandstreifen ist für Bayern über Programme wie das Kultur-Landschafts-Programm (KuLaP) möglich
  • Beispiel für eine erfolgte Renaturierung in einem Teilbereich im Unteren Vilstal
  • Der Bayerische Naturschutzfond bietet neben Fördermittel auch projektbegleitende Beratung an
  • Die Heinz Sielmann Stiftung hat für Interessenten die Broschüre „In 10 Schritten zum Biotop“ erarbeitet und unterstützt Projektvorhaben bei der Planung.